Buchvorstellung: Die Macht der Community

Heute möchte ich Ihnen ein Buch zum Thema Community-Management vorstellen. Nicht nur, weil ich die Autorin dahinter als sehr sympathisch und kompetent kennenlernen durfte, sondern auch, weil sie mit viel Erfahrung und Authentizität das Thema Community-Management in allen Facetten ausleuchtet. Das Buch ist für all jene, die sich im Bereich Community-Management weiterbilden, sich einen Überblick über die Thematik verschaffen möchten, oder sich gerne inspirieren lassen und für neue Ideen offen sind.

Einige Fakten

Das Buch der Autorin Ariane Brandes heißt „Die Macht der Community“ und trägt den vielversprechenden Untertitel „Wie Sie zum Community-Manager werden und erfolgreich ein Online-Netzwerk aufbauen.“ Es handelt sich dabei um die erste Auflage und ist im Februar 2020 im Redline Verlag erschienen. Brandes beschreibt sehr ausführlich, welche Eigenschaften einen Community-Manager ausmachen, welche Chancen für Unternehmen durch Communitys entstehen und zeigt die unterschiedlichsten Formen von (Online-)Gemeinschaften auf.

Die Macht der Community

Auf knapp 250 Seiten tauchen Sie ein in die Welt der Online-Communitys und ihrer professionellen Erstellung, Betreuung und Weiterentwicklung. Schon nach den ersten Seiten werden Sie sich fragen, warum nicht mehr Unternehmen oder Organisationen die Macht einer Community nutzen. Denn wie Brandes beschreibt, sind Communitys ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Marken und Produkten und aus unserer hypermedialen Welt nicht mehr wegzudenken. Gerade Communitys bieten großes Potenzial in den Bereichen Marktforschung, Imagepflege, Innovationsmanagement, Verkauf, Kundenbindung und Recruiting.

Begeisterung schaffen

Doch um das Potenzial entsprechend ausschöpfen zu können, ist eines besonders wichtig: Mitglieder für den Beitritt in die Community zu begeistern und dort auch zu halten. Entsprechend muss garantiert werden, dass Menschen den Anreiz haben, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und sie müssen daraus einen für sich ersichtlichen Mehrwert generieren. Dieser Herausforderung stellt sich insbesondere ein Community-Manager. Er oder sie ist nicht nur hauptverantwortlich für Themen und Dialoge innerhalb der Community, sondern stellt auch das Gesicht des Unternehmens dar. Einige Persönlichkeitsmerkmale sind daher essenziell, wenn man diese Rolle einnehmen möchte. Unter anderem sind das sowohl Dialog- und Sprachkompetenz, um mit den Mitgliedern auf einer Wellenlänge kommunizieren zu können, als auch Content zu liefern, welcher als Basis für den Austausch untereinander dient. Weiterhin sind Organisationstalent und Stressresistenz erforderlich, um den zahlreichen Aufgaben im Arbeitsalltag eines Community-Managers gerecht zu werden.

Fahrt aufnehmen

Bevor Sie nun mit der Community starten können, müssen einige strategische Entscheidungen getroffen werden. Darunter fallen folgende Fragestellungen:

  • Make or buy: Eigene oder bestehende Plattform?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welches Ziel soll mit der Community verfolgt werden?
  • Welche Content-Strategie wird verfolgt?
  • Sind rechtliche Rahmenbedingungen geklärt?

Sind alle vorbereitenden Maßnahmen getroffen, kann mit der Werbung begonnen werden. Zunächst ist es wichtig, möglichst viele Menschen für Ihre Community zu gewinnen. Eine kritische Masse an Mitgliedern sollte schnell erreicht werden, um eine Akzeptanz des Netzwerks zu erreichen. Um die Mitglieder zu Beginn zu erreichen, müssen die ersten Posts überzeugen. Denn die Aufmerksamkeit von Web-Usern ist hart umkämpft. Wie Brandes schön vergleicht – was bei Immobilien die Lage ausmacht, macht in den sozialen Medien der Mehrwert aus. So ist es die Kür, „zündenden und originellen Content mit brillantem Storytelling“ genau für die Zielgruppe zugeschnitten zu präsentieren. Gelingt es im ersten Moment zu überzeugen und fortan neue Mitglieder zu generieren, so ist die erste Hürde genommen. Weiter geht es nun mit der Pflege der Community.

In Fahrt bleiben

Die Arbeit an einer Community ist nie als „fertig“ zu bezeichnen. Das Leben, welches in der Plattform steckt, muss erhalten werden. Fortan müssen Mehrwerte geliefert werden, in Form von Gamification, exklusivem Content, Dialog und Austausch, oder Gewinnspielen und offline Events. Wie genau Aktivität angeregt und Interesse geweckt werden kann, dazu gibt Ariane Brandes Tipps aus einigen Jahren persönlicher Erfahrung im Community-Management.

Als Community-Manager agieren Sie auch als Vermittler zwischen Ihren Mitgliedern. Zum einen, indem Sie sie auf der Plattform miteinander vernetzen. Es ist Ihre Aufgabe, dass die richtigen Mitglieder miteinander in Kontakt treten, um gehaltvolle Gespräche zu führen. Zum Anderen, indem Sie ihnen in der realen Welt auf Veranstaltungen die Möglichkeit geben, sich persönlich kennenzulernen. So ist die analoge Kontaktpflege ein wichtiger Baustein für einen guten Zusammenhalt, um aus der Anonymität der virtuellen Welt etwas herauszutreten. Diese Form der Verknüpfung von offline und online kann auch verwendet werden, um sich bei Power-Mitgliedern durch exklusive Events zu bedanken und diese noch mehr zu binden und zu engagieren.

Mitglieder richtig behandeln

Das Stichwort „Power-Mitglieder“ führt uns direkt zum nächsten Thema des Buchs: Der Umgang mit speziellen Arten von Mitgliedern. Es ist in einer Community normal, dass unterschiedlichste Charaktere aufeinandertreffen. Die meisten sind ruhig und zurückhaltend, die anderen bringen sich gerne aktiv ein. So ist die Kunst des Community-Managers die aktiven Mitglieder als Multiplikatoren zu fördern, aber auch zu versuchen durch viel Initiative die vorwiegend zurückhaltenden Mitglieder aus der Passivität herauszuholen.

Ausführlich widmet sich das Buch auch dem Krisenmanagement. Denn eine Online-Plattform bietet auch große Angriffsfläche für Störfaktoren. So ist es oftmals die erste Anlaufstelle, um seinem Ärger Luft zu machen. Brandes berät, wie Sie am besten mit sogenannten Trollen umgehen. Das Löschen von Beiträgen ist bei entsprechenden Inhalten sogar ein Muss. Dementsprechend ist es wichtig, dass Sie vorab klare Regeln definiert haben und gegebenenfalls Maßnahmen vornehmen, die bis hin zur Löschung des Mitglieds führen können.

Abschließende Anmerkungen

Vom Neuling bis zum Profi – jeder findet Anregungen und Informationen, die nützen. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch die entsprechenden Grundlagen auf eine sehr verständliche und inspirierende Weise vermittelt. So ist das Buch, als ich es fertiggelesen habe, mit zahlreichen Textmarker-Highlights versehen und überhäuft mit Post-it’s meiner eigenen Ideen. So lässt sich insbesondere hervorheben, dass Ariane Brandes es mit dem Buch nicht nur geschafft hat, Wissen zu vermitteln, sondern auch, eigene Ideen anzuregen und eine Inspirationsquelle bereitzustellen. Übrigens – wussten Sie, dass Menschen über 30 Jahre in der Jugendsprache als „Komposti“ bezeichnet werden? Ich zuvor auch nicht. Aber wie das mit Community-Management zusammenhängt, lesen Sie am besten selbst in „Die Macht der Community“ von Ariane Brandes.

Wenn Sie mehr über die Autorin erfahren möchten, finden Sie hier ein Interview der congreet Redaktion mit Ariane Brandes, oder lesen Sie auf Ihrem Blog: https://ariane-brandes.de/