Grundzutaten für eine (Online-)Community

Eine Community ist eine Gemeinschaft von Menschen, die die gleiche Einstellung zu einem bestimmten Thema haben, den gleichen Glauben haben, oder schlicht eine Leidenschaft teilen. Eine Online-Community wird es dann, wenn diese Interessensgruppen einen (geschlossenen) Raum im Netz finden, in dem Sie zu bestimmten Themen diskutieren und ihre Wünsche, Ideen, Probleme und Lösungen äußern können.

Communities gibt es bereits zu den unterschiedlichsten Themen. Ob Religion, Musik, Hobbies, Business – es gibt nahezu in allen Bereichen des Lebens Gemeinschaften, innerhalb derer sich die Menschen austauschen und vernetzen möchten.

Der Community-Owner

Der Inhaber einer Online-Community nimmt den wichtigsten Part ein. Er oder sie ist es, die die Community ins Leben gerufen hat, sich aber auch darum kümmern muss, dass die Community weiter wächst und ab Leben bleibt. Was viel Arbeitsaufwand mit sich zieht, soll sich aber später auch auszahlen. So können durch eine belebte Community beispielsweise folgende Ziele erreicht werden. Mehr Verkäufe eines Produkts, neue Content-Ideen oder Feedback zu bestimmten Themen oder Produkten, woraus sich vielleicht neue Produktideen gewinnen lassen. Zusätzlich kann eine, von einem Unternehmen initiierte Community, das Image verbessern und stärken. Sich als Unternehmen zu positionieren, welches Mehrwert für die (Kunden-)Gemeinschaft gibt. Das kann in Form von Insider-Informationen, Wissenswertem rund um das Produkt, oder einem Launch innerhalb der Community schon vor der breiten Öffentlichkeit sein. Wenn Feedback eingeholt wird, um Produkte besser zu machen oder noch mehr auf die Bedürfnisse der Kunden anpassen zu können, bringt das eine gewisse Wertschätzung mit, die der Community entgegengebracht wird. Ein Image etabliert sich.

Doch nicht nur Unternehmen als Initiator profitieren. Auch beispielsweise Künstler, wie Musiker oder andere Personen des öffentlichen Lebens haben Interesse daran, mit Fans oder Followern innerhalb einer Community zu interagieren. Einblicke in das tägliche Leben oder Ausschnitte des neuen Songs, Films oder Buchs, geben die Möglichkeit, dass sich die Fans noch mehr mit dem Idol identifizieren können. So werden sie zu einer noch engeren Gemeinschaft, auf die Künstler angewiesen sind. Genau daraus hat sich auch eine neue Berufsgruppe, die sogenannten Influencer, entwickelt. Der berufliche Erfolg der Menschen, die diesen Weg eingeschlagen haben, hängt von einer lebhaften und gut funktionierenden Community ab. Fans und Follower, die (Produkt-)Empfehlungen nachkommen, weil sie Vertrauen zu dem Influencer aufgebaut haben, oder deren Lebensstil nachahmen möchten.

So wird die Teilnahme an einer Community interessant

Egal wer nun eine solche Community erschafft – was bringt andere Menschen dazu, dieser Community beizutreten? Menschen handeln dabei aus unterschiedlichen Antrieben heraus. Grundsätzlich zieht uns schon das Gefühl an, Teil von etwas zu sein – irgendwo dazu zu gehören. Innerhalb dieses Zusammenhalts möchte man sich mit Gleichgesinnten austauschen, an Diskussionen teilnehmen, für seine Meinung einzustehen, oder einfach nur wertvolle Informationen erhalten. Man definiert sich über die Interessen, die man hat. Das sind Grundlagen, um neue Freundschaften zu schließen, die man in einer solchen Community finden kann.

Nun ergeben sich also für die Überlegung, eine Community aufzubauen folgende Grundzutaten, die für den Erfolg entscheidend sein können.

Ein klar definiertes Thema

Das Thema ist eigentlich der Grund für das Existieren der Community. Die Idee, das Interesse, der Glaube – kurz, warum sollten sich Menschen innerhalb genau dieser Interessensgemeinschaft zusammenschließen. Und um welches Thema sollen sich künftig Diskussionen, Statements oder Umfragen drehen? So muss von Anfang an klar definiert werden, wer sich innerhalb der Community wiederfinden kann.

Wichtig ist dabei, dass der Inhaber der Community immer den Fokus auf das Thema behält. Droht die Orientierung der Community in eine andere Richtung zu laufen, so muss dies entweder unterbunden, oder gegebenenfalls die Umorientierung der Community forciert werden. Regeln, die mit der Etablierung einer Community kommuniziert werden sollten, können dabei helfen. Und helfen auch bei der Erklärung, warum etwaige Schritte durchgeführt wurden.

Einen gemeinsamen Feind

Beim Wort „Feind“ klingt immer ein wenig Gefahr mit. Das muss es aber innerhalb der Definition für eine Community keinesfalls sein. Damit gemeint ist aber auch einfach nur ein gemeinsames Problem, das es zu lösen gilt, ein Trend, gegen den alle sind. Manchmal ist es aber auch tatsächlich ein Feind in Form einer Marke eines Wettbewerbers oder beispielsweise ein anderen Verein. Um eine Gemeinschaft oder eine Community zu stärken kann es helfen, zusammen gegen etwas zu sein. Beispielsweise sind die Apple-Anhänger oft gegen Smartphones aus dem Hause Samsung, oder generell gegen Android-Handys. Fußball-Fans haben auch meist einen oder mehrere gegnerische Vereine, gegen die sich ein Sieg noch besser anfühlt. So kann es aber auch Communities geben, die gemeinsam gegen ein Problem kämpfen und versuchen, dies zusammen zu lösen.
Beim Gründen einer Community muss man also direkt definieren, wer man ist, und wer man nicht ist. Also Thema und Feind definieren.

Die Möglichkeit, mitzuwirken

Die Mitglieder einer Community brauchen die Möglichkeit, mitwirken zu können. Denn die Interaktion der Teilnehmer ist für eine Gemeinschaft im übertragenen Sinn der Sauerstoff, der die Flamme am Leben hält. Die Mitglieder möchten ihren Beitrag zur Community leisten, interagieren und einen Mehrwert daraus generieren. So sollte die Online-Plattform für die Community unbedingt eine Möglichkeit für öffentliche Diskussionen bieten, um folgende Wünsche der Mitglieder zu bedienen:

  • Wissen oder Meinungen teilen
  • Andere beraten oder Hilfestellung leisten
  • Ratschläge oder Informationen erhalten
  • Spannenden oder angeheizten Diskussionen lauschen

Bieten Sie Ihren Mitgliedern eine interessante Plattform, die Mehrwert zu einem klar definierten Thema gibt. Stärken Sie die Gemeinschaft, indem Sie gemeinsam einem Problem entgegenwirken oder den gleichen „Feind“ haben.

Wichtig ist auch, dass Sie als Initiator sich nicht im Hintergrund halten, sondern ebenfalls präsent in der Community mitwirken. Nehmen Sie aktiv an Diskussionen teil, stellen Sie Fragen und kommentieren Sie. Halten Sie die Aktivität der Nutzer hoch, indem Sie sie immer wieder einbeziehen. Stellen Sie Unterstützung und Support zur Verfügung. Vergessen Sie nicht, die Community zu unterhalten. Denn Sie sind maßgeblich der Grund, warum diese Personen an dem einen virtuellen Ort zusammengefunden haben.