Vom Event zur Community – so bleiben Ihre Teilnehmer vernetzt

Die Welt wird immer digitaler. Hand auf’s Herz – haben Sie noch einen analogen Wecker, oder lassen Sie sich von Ihrem Smartphone morgens aus dem Schlaf reißen? Der erste Blick morgens geht eher zur Wetter-App, als das Rollo zu öffnen? Dass Smartphones und Tablets längst ein fester Bestandteil unseres Alltags sind, ist kein Geheimnis. Sie sind aber auch praktisch und erleichtern uns an der ein oder anderen Stelle unser Leben.

Virtuelle Messen

Auch die Event-Branche knüpft an diesen Trend an. Virtuelle Messe heißt hier das Schlagwort. Die Vorteile liegen derzeit auf der Hand. Viele möchten ihren ökologischen Fußabdruck verbessern. Bahn fahren statt fliegen, digitale Unterlagen statt dem Pendant aus Papier. Da kommt ein digitales Event sehr gelegen. Man spart die Anfahrt, Content und Informationen stehen online zur Verfügung und das stressige Messeumfeld wird umgangen. Ein Besuch ist zeit- und ortsunabhängig, denn man sucht bequem per Tablet oder Laptop nach den gewünschten Ausstellern und Informationen.  

Nichtsdestotrotz konnte sich das neue Format in der Vergangenheit nicht wirklich durchsetzen. Denn ein Faktor spielt eine entscheidende Rolle und macht ein Event auch aus. Der Faktor Erlebnis. Eine Veranstaltung physisch zu erleben ist unvergleichlich. Der Kontakt zu anderen Teilnehmern, der persönliche Austausch mit einem Aussteller oder das neuste Produkt einer Marke auszuprobieren. Sich mit der Euphorie einer Veranstaltung treiben zu lassen. Genau wegen dieser Aspekte können virtuelle Alternativen eine Messe, eine Konferenz oder ein anderes Event nicht ersetzen.

Man könnte es fast mit einem Konzertbesuch vergleichen. Jeder Musiker veröffentlicht seine Werke über Kanäle, die es möglich machen, Musik ort- und zeitunabhängig zu hören. Sei es Radio, Streaming-Dienst oder CD. Dennoch besuchen zahlreiche Fans immer wieder Konzerte und Live-Auftritte. Es ist eben nicht dasselbe.

Mehrwert über das Veranstaltungsdatum hinaus

Warum sollten Veranstalter von Messen und Business-Events sich nicht ein Beispiel an der Musik-Branche nehmen? Die physische Veranstaltung als Höhepunkt einsetzen, den Kunden aber das ganze Jahr über Zugang zur „Musik“ zu bieten. Das ganze Jahr über die Möglichkeit haben, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, relevante Informationen zu erhalten, in einer Community zu sein.
Vom Event zur Community könnte eine Idee für Organisatoren sein, die über das Eventdatum hinaus das ganze Jahr mit Ihren Besuchern in Kontakt sein möchten. So können sie beispielsweise Werbung für andere Events direkt an ihre Kunden- / und Besucher-Community ausspielen, wertvolle Informationen zum Thema der Veranstaltung teilen und Diskussionen entfachen.

Communities und Interessensgruppen

Das Thema der Communities und Interessensgruppen ist nicht neu. In sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn gibt es bereits die Möglichkeit, Gruppen zu gründen. Diese bilden genau die Idee ab: Ganzjährig Kontakt zu ausgewählten Personen mit Interesse an einem gemeinsamen Thema zu haben. Über Neuigkeiten zu diskutieren oder Informationen zu erhalten.

Im ersten Moment scheint der Vorteil klar bei den Mitgliedern der Communities zu liegen. Doch Organisatoren und Eventveranstalter können ebenfalls stark davon profitieren. Werbung kann in diesem Rahmen sehr gezielt adressiert werden. Hier gilt es allerdings, eine gute Balance zwischen Informationen und werblichen Inhalten zu finden. Wer eine Community ausschließlich als Werbeplattform sieht, wird schnell das Vertrauen der Mitglieder verlieren. Oftmals ist zuhören eine gute Idee. Organisatoren können den Beiträgen lauschen und sich ein Bild darüber machen, welche Themen die Community gerade umtreiben. So lernt man die Zielgruppe noch besser kennen.

Wer als Unternehmen oder Organisation eine Kunden-Community oder Interessensgemeinschaft aufbauen möchte, der kann noch einen Schritt über Facebook-, Xing- und LinkedIn-Gruppen hinausgehen. Es gibt inzwischen einige Anbieter von eigener Community-Software. Damit kann eine Online-Community noch auf ein höheres Level gehoben werden. Eine eigene Plattform im Look and Feel des Unternehmens. So wird das Image des Organisators nochmal anders wahrgenommen. Eine positive Konnotation, da der Nutzer einen offensichtlichen Mehrwert hat. Die Community-Software congreet gibt beispielsweise die Möglichkeit, das Branding white labeled zu ändern. Darüber hinaus können Mitglieder andere Nutzer auf Basis der Kompetenzen und Interessen suchen und werden über den Matching-Algorithmus mit spannenden Kontakten vernetzt.

Content is King!

Ob nun interne Gruppe in sozialen Netzwerken oder die professionelle Variante einer Community-Software muss jeder Gründer für sich selbst entscheiden. Denn alle Optionen haben ihren eigenen Vorteil im entsprechenden Anwendungsfall. Ein Aspekt ist Plattform-übergreifend gleich: Content is King! Eine Community muss leben – mit Beiträgen und Diskussionen gefüllt werden. Bis eine Eigendynamik entsteht ist viel Engagement von Seiten des Organisators notwendig, um die Community bei Laune zu halten!